Schwanger zu sein ist so ein Zustand, der sich manchmal anfühlt wie ein riesiges Abenteuer und gleichzeitig wie ein einziger großer Fragezeichen Moment. Du liegst abends im Bett, die Hand auf dem Bauch, spürst dein Baby und denkst dir plötzlich: Oh mein Gott, irgendwann muss dieses Baby ja auch raus. Und dann kommen sie. Die Gedanken an die Geburt. An Wehen. An Schmerzen. An dieses berühmte „Man merkt schon, wenn es losgeht“, bei dem man innerlich denkt: Ja super, aber woher weiß ich das bitte wirklich?
Genau hier setzt dieser Artikel an. Denn es gibt nicht die eine Wehe. Es gibt verschiedene Arten von Geburtswehen, die sich unterschiedlich anfühlen, unterschiedliche Aufgaben haben und dich Schritt für Schritt näher zu deinem Baby bringen. Wenn du weißt, was in deinem Körper passiert, fühlt sich vieles weniger bedrohlich an. Wissen nimmt Angst. Und genau das wünsche ich dir beim Lesen.
In diesem Artikel erkläre ich dir ganz in Ruhe, welche Wehenarten es gibt, wie sie sich anfühlen können, wann sie auftreten und woran du erkennst, ob es wirklich losgeht oder dein Körper gerade einfach nur übt. Und ja, wir sprechen auch über Presswehen. Ehrlich, liebevoll und ohne Panikmache.
Warum es so wichtig ist, die verschiedenen Wehenarten zu kennen
Viele Schwangere haben vor der Geburt weniger Angst vor dem Baby selbst, sondern vielmehr vor dem Unbekannten. Vor diesem Kontrollverlust. Vor den Schmerzen, die man sich nicht richtig vorstellen kann. Vor dem Moment, in dem man sich fragt, ob das jetzt echte Geburtswehen sind oder doch nur wieder irgendwas, was der Körper gerade ausprobiert.
Wenn du schwanger bist und die verschiedenen Wehenarten kennst, kannst du die Signale deines Körpers besser einordnen. Du erkennst schneller, wann du dich noch entspannen darfst und wann es Zeit ist, aktiv zu werden. Und genau dieses Gefühl von Orientierung kann unglaublich beruhigend sein.
Vorwehen – wenn dein Körper anfängt zu üben
Vorwehen sind oft die ersten Wehen, mit denen du in der Schwangerschaft in Kontakt kommst. Sie können schon relativ früh auftreten, manchmal ab der Mitte der Schwangerschaft, manchmal erst im letzten Drittel. Und sie fühlen sich für jede Frau ein bisschen anders an.
Viele beschreiben Vorwehen als ein Ziehen im Unterbauch, ähnlich wie bei Regelschmerzen. Manche spüren ein hart werden des Bauches, andere eher einen Druck nach unten. Wichtig zu wissen ist, dass Vorwehen in der Regel unregelmäßig sind und wieder verschwinden, besonders wenn du dich hinlegst, entspannst oder ein warmes Bad nimmst.
Vorwehen haben eine Aufgabe. Sie trainieren deine Gebärmutter. Sie bereiten deinen Körper langsam auf die Geburt vor, ohne dabei den Muttermund zu öffnen. Auch wenn sie manchmal unangenehm sind, sind sie kein Grund zur Sorge. Sie bedeuten nicht, dass die Geburt unmittelbar bevorsteht.
Gerade wenn du schwanger bist und zum ersten Mal diese Art von Wehen spürst, kann das trotzdem verunsichern. Hier kann ein warmes Kirschkernkissen auf dem unteren Rücken oder dem Bauch helfen. Ein gutes Beispiel wäre hier ein Wärmekissen für Schwangerschaft und Geburt*, das du später auch während der echten Geburtswehen nutzen kannst. Solche kleinen Helfer können dir schon in der Schwangerschaft viel Komfort schenken.
Senkwehen – wenn dein Baby sich auf den Weg macht
Senkwehen treten meist in den letzten Wochen vor der Geburt auf, manchmal einige Wochen vorher, manchmal erst kurz vor dem großen Moment. Sie sorgen dafür, dass dein Baby tiefer ins Becken rutscht. Viele Schwangere merken plötzlich, dass sie besser atmen können, dafür aber mehr Druck im Becken verspüren.
Diese Wehen können durchaus schmerzhaft sein, müssen es aber nicht. Manche Frauen nehmen sie kaum wahr, andere beschreiben sie als kräftiges Ziehen im Rücken oder Unterbauch. Auch hier gilt: Sie kommen unregelmäßig und hören oft wieder auf.
Typisch für Senkwehen ist, dass du häufiger auf die Toilette musst, ein stärkeres Druckgefühl nach unten hast oder das Gefühl, dein Baby sitzt plötzlich ganz tief. Emotional ist das oft ein besonderer Moment, weil man merkt: Es wird langsam ernst.
Viele Frauen empfinden in dieser Phase sanfte Bewegung als angenehm. Spaziergänge, leichtes Kreisen der Hüften oder eine sanfte Massage können helfen. Ein Massageöl speziell für Schwangere* ist hier ein schöner Begleiter und kann auch später während der Geburt zum Einsatz kommen.
Übungswehen oder Braxton Hicks Wehen – völlig normal und oft verwirrend
Braxton Hicks Wehen werden auch Übungswehen genannt und sind tatsächlich genau das. Eine Generalprobe für deine Gebärmutter. Sie treten häufig im dritten Trimester auf und können sich so anfühlen, als würde der Bauch plötzlich steinhart werden.
Was diese Wehen auszeichnet, ist ihre Unregelmäßigkeit. Sie kommen und gehen, ohne stärker oder häufiger zu werden. Oft verschwinden sie, wenn du deine Position wechselst, etwas trinkst oder dich hinlegst.
Viele Schwangere erschrecken sich beim ersten Mal und denken, es geht los. Und ganz ehrlich, das ist total verständlich. Der Körper macht plötzlich Dinge, die man so noch nie erlebt hat. Wichtig ist zu wissen, dass Übungswehen den Muttermund nicht öffnen und keine echten Geburtswehen sind.
Eröffnungswehen – jetzt beginnt die eigentliche Geburt
Eröffnungswehen sind das, was die meisten meinen, wenn sie von Geburtswehen sprechen. Sie sorgen dafür, dass sich der Muttermund langsam öffnet. Und ja, sie können schmerzhaft sein. Aber auch hier gibt es eine große Bandbreite an Empfindungen.
Am Anfang fühlen sich Eröffnungswehen oft wie stärkere Regelschmerzen an. Ein Ziehen im Unterbauch, das in den Rücken ausstrahlt. Mit der Zeit werden sie intensiver, kommen regelmäßiger und dauern länger an. Typisch ist, dass sie nicht mehr verschwinden, egal ob du liegst, gehst oder duschst.
Wenn du schwanger bist und diese Art von Wehen spürst, wirst du meist relativ schnell merken, dass es diesmal anders ist. Der Rhythmus verändert sich. Die Pausen werden kürzer. Die Wehen stärker.
Viele Frauen empfinden Wärme während dieser Phase als unglaublich wohltuend. Ein beheizbares Wärmekissen* kann hier wahre Wunder wirken. Auch ein TENS Gerät* für die Geburt, das sanfte Stromimpulse abgibt, wird von vielen Schwangeren als sehr hilfreich empfunden.
Übergangswehen – intensiv, kraftvoll und emotional
Die Übergangsphase ist oft die intensivste Phase der Geburt. Die Wehen sind sehr stark, kommen dicht aufeinander und lassen kaum Zeit zum Verschnaufen. Emotional kann diese Phase herausfordernd sein. Viele Frauen zweifeln hier an sich, fühlen sich überfordert oder denken, sie schaffen das nicht mehr.
Und genau hier ist es wichtig zu wissen: Das ist normal. Diese Phase zeigt oft, dass du kurz davor bist, dein Baby in den Armen zu halten. Dein Körper arbeitet auf Hochtouren.
In dieser Phase helfen Atemtechniken, eine ruhige Begleitung und das Wissen, dass jede Wehe dich näher zu deinem Baby bringt. Manche Frauen schwören hier auf Geburtsbälle, um sich zu bewegen und den Schmerz besser zu verarbeiten.
Presswehen – dein Körper übernimmt die Führung
Presswehen sind eine ganz besondere Art von Wehen. Viele Frauen berichten, dass sie sich völlig anders anfühlen als alles zuvor. Statt nur Schmerz ist da plötzlich ein enormer Druck nach unten und ein fast unaufhaltsamer Drang, mitzuschieben.
Und das ist kein Zufall. Dein Körper weiß genau, was er tut. Presswehen helfen deinem Baby, durch den Geburtskanal geboren zu werden. Auch wenn sie intensiv sind, empfinden viele Frauen sie als zielgerichteter und irgendwie sinnvoller als die vorherigen Wehen.
Hier ist es besonders wichtig, auf deinen Körper zu hören und dich von deiner Hebamme oder Ärztin begleiten zu lassen. Ein Gebärhocker oder bestimmte Geburtspositionen können dabei helfen, die Presswehen effektiver und angenehmer zu gestalten.
Nachwehen – wenn dein Körper aufräumt
Nach der Geburt ist es nicht sofort vorbei mit den Wehen. Nachwehen sorgen dafür, dass sich deine Gebärmutter wieder zusammenzieht und die Blutung reduziert wird. Besonders beim Stillen können sie spürbar sein, da dabei Hormone ausgeschüttet werden, die die Gebärmutter anregen.
Nachwehen können unangenehm sein, sind aber ein Zeichen dafür, dass dein Körper sich zurückbildet. Auch hier können Wärme, Ruhe und sanfte Unterstützung helfen.
Häufige Fragen rund um Wehen und Geburt
Woher weiß ich, ob es echte Geburtswehen sind?
Echte Geburtswehen werden regelmäßig, stärker und länger. Sie verschwinden nicht durch Ruhe oder Positionswechsel.
Können Wehen im Rücken beginnen?
Ja, sogenannte Rückenwehen sind relativ häufig und können besonders intensiv empfunden werden.
Muss jede Geburt gleich schmerzhaft sein?
Nein. Jede Geburt ist individuell. Schmerzempfinden ist sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab.
Wann sollte ich ins Krankenhaus fahren?
Wenn die Wehen regelmäßig kommen, etwa alle fünf Minuten, und über mindestens eine Stunde anhalten oder wenn du unsicher bist und dein Bauchgefühl sagt, jetzt ist es soweit.
Fazit: Dein Körper weiß, was er tut
Wenn du schwanger bist und dich mit dem Thema Wehen beschäftigst, dann nicht, um dir Angst zu machen, sondern um Vertrauen aufzubauen. Vertrauen in deinen Körper. Vertrauen in den Prozess. Vertrauen darin, dass du das schaffen kannst.
Wehen sind keine Gegner. Sie sind Helfer. Jede einzelne Wehenart hat ihre Aufgabe und bringt dich Schritt für Schritt näher zu dem Moment, in dem du dein Baby endlich in den Armen hältst.
Und ja, es wird intensiv. Aber du bist nicht allein. Du darfst dich vorbereiten, informieren, unterstützen lassen und dir Hilfsmittel gönnen, die dir gut tun. Dein Weg zur Geburt darf genauso individuell sein wie du selbst. Wenn du dich optimal auf deine Geburt vorbereiten möchtest, kann ich dir den Online-Geburtsvorbereitungskurs* von Tamara von Herzen empfehlen.
Wenn du magst, speichere dir diesen Artikel ab, teile ihn mit anderen Schwangeren oder lies ihn dir nochmal durch, wenn die Gedanken abends wieder kreisen. Du bist stärker, als du denkst. 💛
P.S. Wenn du dich gerade mitten in der Schwangerschaft befindest und merkst, wie viele Fragen da auftauchen, dann ist das kein Zeichen von Unsicherheit, sondern von Verantwortung und Liebe. Und genau so beginnt Muttersein.
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