Kennst du dieses Gefühl, wenn du abends auf der Couch sitzt, deine Füße anschaust und kurz denkst: Moment mal… das sind doch nicht meine Füße?
Sie fühlen sich schwer an, irgendwie gespannt, manchmal sogar ein bisschen taub. Die Knöchel sind kaum noch zu erkennen, die Haut spannt, und wenn du deine Lieblingssandalen anziehen willst, merkst du sehr schnell: Heute definitiv nicht.
Willkommen im ganz realen Schwangerschaftsalltag.
Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft gehören leider zu den Dingen, über die kaum jemand wirklich ehrlich spricht. Man hört Sätze wie „Das ist normal“ oder „Das geht nach der Geburt wieder weg“. Und ja, das stimmt. Aber das hilft dir in dem Moment herzlich wenig, wenn deine Beine sich anfühlen wie fremde Körperteile und du einfach nur Erleichterung möchtest.
Ich weiß genau, wie belastend das sein kann. Nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Du fühlst dich schwer, unbeweglich, manchmal sogar unwohl im eigenen Körper. Und dann kommt oft noch dieses schlechte Gewissen dazu, weil man denkt, man müsste doch dankbar sein für diese Schwangerschaft. Oh mein Gott, als ob man nicht beides gleichzeitig fühlen dürfte.
In diesem Artikel nehme ich dich ganz bewusst an die Hand. Wir schauen uns zuerst in Ruhe an, warum Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft überhaupt entstehen, was in deinem Körper passiert und warum vor allem Beine, Füße und Knöchel betroffen sind. Und danach bekommst du 12 wirksame Hausmittel, die sich im Alltag bewährt haben und wirklich sofort Erleichterung bringen können.
Ganz ohne Druck. Ganz ohne Perfektionsanspruch. Sondern so, dass es realistisch in dein Leben passt.
Warum kommt es zu Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft?
Bevor wir über Hausmittel sprechen, ist es wichtig, einmal kurz zu verstehen, was in deinem Körper eigentlich passiert. Denn Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft haben nichts damit zu tun, dass du etwas falsch machst. Sie sind das Ergebnis von enormen körperlichen Anpassungen.
Dein Körper produziert plötzlich deutlich mehr Blut
Während der Schwangerschaft steigt dein Blutvolumen um bis zu 50 Prozent. Das ist eine unglaubliche Leistung deines Körpers. Dieses zusätzliche Blut wird gebraucht, um dein Baby optimal zu versorgen. Mehr Sauerstoff, mehr Nährstoffe, mehr Schutz.
Das Problem dabei ist, dass diese Flüssigkeit irgendwo hinmuss. Und Schwerkraft ist gnadenlos. Alles, was tagsüber durch deinen Körper zirkuliert, sammelt sich bevorzugt dort, wo es am weitesten unten ist. Genau, in den Beinen und Füßen.
Hormone lockern dein Gewebe
Progesteron sorgt dafür, dass deine Blutgefäße weiter werden. Das ist wichtig für die Schwangerschaft, macht das Gewebe aber auch durchlässiger. Flüssigkeit kann leichter aus den Gefäßen ins umliegende Gewebe austreten. Die Folge sind Ödeme, also sichtbare Wassereinlagerungen.
Deshalb fühlen sich geschwollene Beine oft weich an und hinterlassen manchmal sogar eine kleine Delle, wenn du mit dem Finger draufdrückst.
Die Gebärmutter drückt auf wichtige Gefäße
Mit jedem Schwangerschaftsmonat wächst deine Gebärmutter und übt Druck auf die Beckenvenen aus. Dadurch wird der Rückfluss des Blutes aus den Beinen Richtung Herz erschwert. Die Flüssigkeit staut sich, besonders wenn du viel sitzt oder stehst.
Das ist auch der Grund, warum dicke Füße in der Schwangerschaft abends oft schlimmer sind als morgens.
Hitze verstärkt Wassereinlagerungen zusätzlich
Gerade im Frühling und Sommer merken viele Schwangere, dass Wassereinlagerungen deutlich zunehmen. Wärme erweitert die Blutgefäße zusätzlich, wodurch noch mehr Flüssigkeit ins Gewebe gelangt.
Kein Wunder also, dass deine Beine an heißen Tagen schneller anschwellen und sich schwer anfühlen.
Wann sind Wassereinlagerungen normal und wann solltest du aufmerksam werden?
Grundsätzlich sind Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft völlig normal, vor allem im letzten Drittel. Trotzdem gibt es Situationen, in denen du genauer hinschauen solltest.
Normal sind:
- Schwellungen an Füßen, Knöcheln und Unterschenkeln
- Zunahme im Tagesverlauf
- Rückgang über Nacht oder nach Hochlagern der Beine
Bitte sprich unbedingt mit deiner Hebamme oder Ärztin, wenn:
- die Schwellungen plötzlich sehr stark auftreten
- auch Hände und Gesicht stark betroffen sind
- starke Kopfschmerzen oder Sehstörungen dazukommen
- ein Bein deutlich stärker geschwollen ist als das andere
Diese Hinweise sind wichtig, sollen dir aber keine Angst machen. In den allermeisten Fällen handelt es sich um harmlose Ödeme in der Schwangerschaft.
12 Hausmittel gegen geschwollene Beine in der Schwangerschaft
Jetzt kommen wir zu dem Teil, auf den du wahrscheinlich schon wartest. Die Hausmittel, die wirklich helfen. Keine Wunderversprechen, sondern Dinge, die realistisch umsetzbar sind und deinem Körper echte Erleichterung verschaffen können.
1. Beine hochlegen und zwar richtig
Beine hochlegen in der Schwangerschaft ist eines der einfachsten und gleichzeitig wirkungsvollsten Hausmittel gegen Wassereinlagerungen. Wichtig ist dabei wirklich die richtige Position. Deine Füße sollten höher liegen als dein Herz, damit die Flüssigkeit aus den Beinen besser abfließen kann.
Viele Schwangere merken allerdings schnell, dass normale Kissen dafür nicht ausreichen oder ständig verrutschen. Ein gut geformtes Still- oder Seitenschläferkissen* kann hier enorm helfen, weil es die Beine stabil hochlagert und gleichzeitig Rücken und Becken entlastet. Gerade abends oder nachts wird das Hochlegen dadurch überhaupt erst angenehm und realistisch umsetzbar.
2. Bewegung statt langes Sitzen oder Stehen
Langes Sitzen oder Stehen gehört zu den häufigsten Gründen für dicke Füße in der Schwangerschaft. Dein Körper ist einfach nicht dafür gemacht, stundenlang in derselben Position zu verharren, schon gar nicht mit dem zusätzlichen Gewicht und der veränderten Durchblutung.
Schon kurze Spaziergänge oder ein paar bewusste Schritte zwischendurch helfen, die Muskelpumpe in den Waden zu aktivieren. Wenn du viel im Alltag unterwegs bist, berichten viele Schwangere auch, dass leichte Kompressionsstrümpfe* speziell für die Schwangerschaft eine enorme Erleichterung bringen. Sie unterstützen den Rückfluss des Blutes und können Ödeme spürbar reduzieren, ohne einzuengen oder unbequem zu sein.
3. Wechselduschen für Beine und Füße
Wechselduschen sind ein Klassiker unter den Hausmitteln gegen geschwollene Beine und das völlig zu Recht. Der Wechsel zwischen warm und kalt trainiert die Blutgefäße und hilft dabei, überschüssige Flüssigkeit wieder abzutransportieren.
Wenn du danach noch ein kühlendes Bein- oder Fußgel* für Schwangere aufträgst, verstärkt sich der Effekt oft deutlich. Viele dieser Gele enthalten Aloe Vera oder Rosskastanie und sorgen sofort für ein leichteres, frisches Gefühl, besonders an heißen Tagen oder nach langem Stehen.
4. Magnesium zur Unterstützung des Flüssigkeitshaushalts
Magnesium spielt eine wichtige Rolle für Muskeln, Nerven und Gefäße. Viele Schwangere nehmen es bereits wegen Wadenkrämpfen, merken aber zusätzlich, dass sich auch das Spannungsgefühl in den Beinen verbessert.
Hier eignen sich besonders Magnesiumpräparate*, die explizit für die Schwangerschaft entwickelt wurden, da sie gut verträglich sind und sinnvoll dosiert werden können. Ob als Pulver oder Kapsel ist Geschmackssache. Wichtig ist nur, die Einnahme vorher kurz mit Hebamme oder Ärztin abzusprechen.
5. Ausreichend trinken, auch wenn es paradox klingt
Es klingt widersprüchlich, aber wer zu wenig trinkt, fördert Wassereinlagerungen oft noch mehr. Dein Körper geht dann in einen Sparmodus und hält Flüssigkeit zurück.
Viele Schwangere berichten, dass sie deutlich mehr trinken, wenn sie eine große, gut sichtbare Trinkflasche* griffbereit haben. Modelle mit Zeitmarkierungen oder Motivationsskala können helfen, über den Tag verteilt ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen, ohne ständig daran denken zu müssen.
6. Kühlende Fußbäder als Abendritual
Ein Fußbad am Abend ist nicht nur ein Hausmittel gegen geschwollene Beine, sondern auch ein kleines Stück Me-Time. Lauwarmes Wasser miteinem basischen Fußbad-Zusatz kann abschwellend wirken und die Beine spürbar entspannen.
Viele Schwangere integrieren dieses Ritual bewusst in ihre Abendroutine, um danach mit leichteren Beinen ins Bett zu gehen.
7. Sanfte Lymphmassage mit Pflegeöl
Eine sanfte Massage von Füßen und Unterschenkeln in Richtung Herz kann den Lymphfluss unterstützen. Wichtig ist, nicht fest zu drücken, sondern mit ruhigen, streichenden Bewegungen zu arbeiten.
Mit einem Schwangerschafts-Pflegeöl* oder einem milden Massageöl* wird die Massage nicht nur angenehmer, sondern pflegt gleichzeitig die Haut, die durch Wassereinlagerungen oft spannt oder empfindlicher ist.
8. Bequeme Schuhe und nichts Einschnürendes
Dicke Füße in der Schwangerschaft brauchen Platz. Schuhe, die vorher bequem waren, können plötzlich drücken oder einschnüren.
Viele Schwangere steigen in dieser Zeit auf verstellbare Sandalen*, weite Hausschuhe* oder flexible Sneaker* um. Das entlastet die Füße enorm und verhindert zusätzliches Stauen von Flüssigkeit.
9. Schlafposition bewusst wählen
Die linke Seitenlage entlastet wichtige Blutgefäße und kann helfen, Wassereinlagerungen über Nacht zu reduzieren. Ein Still- oder Seitenschläferkissen* zwischen den Beinen unterstützt diese Position und sorgt dafür, dass die Beine leicht erhöht liegen, ohne dass du ständig deine Position korrigieren musst.
10. Salz bewusst einsetzen
Salz komplett zu meiden ist nicht sinnvoll, aber stark verarbeitete Lebensmittel enthalten oft verstecktes Salz, das Wassereinlagerungen begünstigen kann. Frisch kochen und bewusst würzen ist hier der bessere Weg.
11. Geduld mit deinem Körper
So banal es klingt, aber Stress und ständiger Druck verschlechtern oft auch körperliche Symptome. Dein Körper arbeitet auf Hochtouren und Wassereinlagerungen sind ein Zeichen dieser Anpassung.
12. Kleine Routinen statt Perfektion
Nicht jedes Hausmittel muss täglich umgesetzt werden. Schon zwei oder drei Dinge, die regelmäßig Platz in deinem Alltag finden, können einen großen Unterschied machen.
Häufige Fragen zu Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft
Gehen Wassereinlagerungen nach der Geburt weg?
Ja, in den meisten Fällen verschwinden sie innerhalb weniger Tage bis Wochen nach der Geburt, wenn sich der Hormonhaushalt normalisiert.
Sind dicke Füße in der Schwangerschaft gefährlich?
In der Regel nicht. Sie sind unangenehm, aber harmlos. Wichtig ist, auf Warnzeichen zu achten und im Zweifel nachzufragen.
Helfen Kompressionsstrümpfe?
Ja, für viele Schwangere sind sie eine große Erleichterung, besonders wenn man viel stehen oder sitzen muss.
Kann Ernährung Wassereinlagerungen beeinflussen?
Ja, eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Gemüse, ausreichend Eiweiß und wenig stark verarbeiteten Lebensmitteln kann unterstützend wirken.
Fazit: Du musst das nicht einfach aushalten
Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft sind weit verbreitet, aber sie müssen nicht dein Alltagsthema Nummer eins sein. Es gibt viele sanfte Möglichkeiten, deinem Körper Erleichterung zu verschaffen und dich wieder wohler zu fühlen.
Probier aus, was für dich funktioniert. Nicht alles passt für jede Schwangere. Und das ist vollkommen okay.
Du darfst dich ernst nehmen. Du darfst dich unterstützen. Und du darfst darauf vertrauen, dass dein Körper weiß, was er tut.
Wenn dir dieser Artikel geholfen hat, speichere ihn dir ab oder teile ihn mit einer anderen Schwangeren, die gerade abends ihre Füße anschaut und sich fragt, ob das alles noch normal ist.
P.S. Dein Körper ist kein Problem, das gelöst werden muss. Er ist ein Wunder, das gerade arbeitet. 💛
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